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Τρίτη 17 Φεβρουαρίου 2026

Hirtenbrief zum Beginn der heiligen großen vierzigtägigen österlichen Fastenzeit (2026)

+ Bartholomaios

durch Gottes Erbarmen Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom,

und Ökumenischer Patriarch

dem ganzen Volk der Kirche

Gnade und Friede von unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus, 

von uns aber Fürsprache, Segen und Vergebung

* * *

Ehrwürdige Mitbrüder im Bischofsamt, im Herrn gesegnete Kinder!

Erfüllt von heiliger Ergriffenheit treten wir auch in diesem Jahr, durch göttliches Wohlgefallen, in die Heilige und Große Fastenzeit ein, in die Kampfbahn der asketischen Anstrengungen, in die Zeit des Fastens und der Umkehr, der Demut und des Gebets, der geistlichen Wachsamkeit und der Solidarität. Unsere Augen des Herzens sind auf das lebensspendende Kreuz des Herrn gerichtet, das uns alle zum heiligen Osterfest führt, welches dem Menschengeschlecht die Tore des Paradieses öffnet.

Die beginnende heilige Zeit ist eine Gelegenheit, uns erneut der Wahrheit der christusgemäßen Askese und ihrer unauflöslichen Verbindung mit der eucharistischen Verwirklichung der Kirche, die in all ihren Ausdrucksformen und Dimensionen vom Licht und der Freude der Auferstehung erleuchtet ist, bewusst zu werden. Der Geist der Askese ist keineswegs ein fremdes Element im Christentum, noch ist er das Ergebnis eines Einflusses außerkirchlicher dualistischer Ideologien. Askese ist ein anderes Wort für „christliche Existenz“; sie verbindet diese mit dem absoluten Vertrauen auf die göttliche Vorsehung, mit der unerschöpflichen geistlichen Freude eines dem Christus geweihten Lebens, mit Selbstüberwindung und Selbsthingabe, mit Liebe zu den Mitmenschen und mit der Achtung vor der gesamten Schöpfung.

Die Askese ist keine Angelegenheit willkürlicher Entscheidungen und subjektiver Eigenheiten, sondern Respekt vor der Ordnung und der geistlichen Erfahrung der Kirche. Sie ist, wie gesagt wurde, ein „kirchliches“ und kein „individuelles“ Ereignis. Das Leben in der Kirche ist unteilbar. Umkehr, Gebet, Demut, Vergebungsbereitschaft, Fasten und Werke der Wohltätigkeit sind miteinander verbunden und durchdringen einander. In der orthodoxen Tradition gibt es keine Askese als Selbstzweck, die stets zur Überschätzung der eigenen Anstrengung führt und Tendenzen der Selbstrechtfertigung nährt. Die Große Fastenzeit ist die geeignete Zeit, die Kirche als Ort und Weise der Offenbarung der Gnadengaben Gottes zu erfahren – stets als Vorgeschmack der Freude der Auferstehung des Herrn, als Grundstein unseres Glaubens und als strahlender Horizont der „in uns lebenden Hoffnung“. Von Gott bewegt ehrt die Kirche am Samstag vor dem Sonntag der Vergebung das allheilige Gedächtnis der in der Askese leuchtenden heiligen Männer und Frauen, die den Gläubigen Helfer und Weggefährten im Lauf der asketischen Übungen sind. In der Arena der geistlichen Kämpfe haben wir den dreieinigen Gott als unseren Beistand, die allheilige Gottesgebärerin und Mutter aller Gläubigen als Schutz und die Heiligen und die Märtyrer des Glaubens als Fürsprecher.

Die recht verstandene christliche Askese ist Teilhabe des ganzen Menschen – als geistige, seelische und leibliche Einheit – am Leben in Christus, ohne Geringschätzung der Materie und des Leibes und ohne eine manichäisch verengte Auffassung von Spiritualität. Wie geschrieben wurde, ist die christliche Askese letztlich „ein Kampf nicht gegen, sondern für den Leib“, gemäß dem Wort aus dem Gerontikon: „Wir sind nicht gelehrt worden, den Leib, sondern die Leidenschaften zu töten.“

Unglücklicherweise und zu Unrecht wurde die christliche Askese von modernen Denkern als Verneinung der Lebensfreude und als Einschränkung menschlicher Kreativität bezeichnet. Nichts ist unwahrer als das! Die Askese als Befreiung vom Haben und Verhaftetsein an Besitz – und vor allem als Befreiung vom Ich, vom „Suchen des Eigenen“, vom „Besitz unseres Seins“ – ist Quelle und Ausdruck wahrer Freiheit. Was ist wahrer als der Auszug aus dem Gefängnis des „individuellen Rechts“ und die Offenheit und Liebe zum Mitmenschen, als die innere „positive Wandlung“ und die Beständigkeit in der Erfüllung der Gebote Gottes? Was ist schöpferischer als das Fasten, wenn es eine ganzheitliche Lebenshaltung ist und den asketischen und eucharistischen Geist der Kirche ausdrückt, wenn es eine „gemeinsame Übung“ und kein individuelles Ringen ist? Was ist existentiell umwälzender als die Umkehr, die innere Wandlung als lebensentscheidende Hinwendung zur Wahrheit, als die erneute Entdeckung der Kraft der göttlichen Gnade, der Tiefe des Lebens in Christus und der Hoffnung auf ewiges Leben? Bemerkenswert ist die Tatsache, dass, als der frühchristliche Charakter der Heiligen und Großen Fastenzeit als Vorbereitungszeit auf die heilige Taufe in der Auferstehungsliturgie durch das „Ethos der Umkehr“ ersetzt wurde, ihr Erleben als „zweite Taufe“ bestehen blieb. Deshalb ist die Zeit des Fastens und der Umkehr nicht düster. Unsere Hymnographie spricht vom „Frühling des Fastens“, und die Theologie nennt die Große Fastenzeit „geistlichen Frühling“ und „Zeit der Freude und des Lichtes“. All dies erhält besondere Aktualität und Bedeutung angesichts der gegenwärtigen anthropologischen Verwirrung und der neuen, kulturell bedingten Entfremdungen.

Mit diesen Empfindungen und Gedanken erinnern wir die Kinder der Heiligen Großen Kirche Christi in der ganzen Welt daran, dass am Tag des Akathistos-Hymnus die Feierlichkeiten zum 1400. Jahrestag der Ereignisse des Jahres 626 ihren festlichen Höhepunkt erreichen werden. Damals wurde aus Dankbarkeit gegenüber der Gottesgebärerin für die Rettung Konstantinopels von einer gefährlichen Belagerung der Akathistos-Hymnus stehend in der Blachernen-Kirche gesungen. Wir wünschen euch allen einen gesegneten Lauf durch die Bahn des Fastens, in Askese und Geduld, in Dank und Lobpreis. Mögen wir, die Wahrheit in Liebe lebend und im Herrn geheiligt, den Weg zur erfüllten Freude seiner lichtbringenden Auferstehung beschreiten.

Heilige und Große Fastenzeit 2026

+ Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel

Euer aller inständiger Fürbitter bei Gott 

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